Inhalt - Senior Project Manager

Urs Hardegger, Senior Project Manager

Der Project Manager hat in jedem Fall einen Plan in petto. Und weil er viel mit Menschen zu tun hat, darf er sich nicht leicht ins Bockshorn jagen lassen.

    • Ich bin Urs Hardegger

      Senior Project Manager, Berufsbild, Informatik, Perspektive Informatiker

      Foto: Markus Lamprecht

       

       

    • Mein Job

      Mein Tag ist sehr abwechslungsreich und steckt voller Überraschungen. Immer wieder machen Anfragen und Probleme kurzfristige Planänderungen nötig. Darum arbeite ich mit Fixpunkten zur Vorbereitung und Bearbeitung von Projektfragen. Auch alltägliche Arbeiten, wie E-Mails zu beantworten, kalkuliere ich fest in meinem Tag ein.

      Normalerweise bin ich täglich an vier bis fünf Sitzungen mit Projektteams und führe viele spontane Gespräche, teils von Angesicht zu Angesicht, teils telefonisch. Als Projektleiter funktioniere ich im Managementmodus, ich handle viele Themen in kurzer Zeit ab. Trotzdem ist mir wichtig, mir genug Zeit für die Menschen und den Informationsaustausch zu nehmen.

      „Ich schaue, dass wir uns auf ein gemeinsames Ziel hinbewegen“

      In einer idealen Welt stünde am Anfang ein Plan und dieser wird dann Realität. Doch das bleibt ein Ideal. Immer wiederkehrende Neubeurteilungen und Planung sind zentrale Elemente meiner Aufgabe. Als Projektleiter muss man für alles einen Plan haben, für das Projekt, für die Kunden, für die Partner, die verfügbaren Ressourcen und ebenso für die eigene Zeit. Man ist permanent gefordert und muss entscheiden, was wichtig, was dringend oder was beides ist. Eine weitere wichtige Aufgabe eines Projektleiters ist zu entscheiden. Den Überblick zu behalten ist ebenso elementar, wie die Fähigkeit, gezielt in die Tiefe gehen zu können, um Details zu verstehen und zu klären.

      Der Projektleiter führt sein Team, gibt die Leitplanken vor und lenkt seine Mitarbeiter in die richtige Richtung. Dies erfordert viel Kommunikation. Daneben muss der Projektfortschritt auch kontrolliert werden, um zu sehen, ob man plangemäss vorankommt. Auch unangenehme Situationen gehören zur Projektarbeit und bedingen manchmal, kontrolliert eine Richtungskorrektur vorzunehmen.

      Kurz gesagt schaue ich, dass sich Projektteam und -leiter auf ein gemeinsames Ziel hinbewegen.

      „Es braucht ein gesundes Selbstbewusstsein“

      Als Projektleiter muss man sein technisches und methodisches Handwerk beherrschen. Die Interaktion mit Team und Kunde macht hingegen einen Grossteil der täglichen Arbeit aus. Man muss ein Gefühl für Menschen haben, muss auf sie zugehen wollen und gewillt sein zuzuhören und Probleme zu lösen. Man hat sicherlich einen Vorteil, wenn man nicht leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Zudem ist es wichtig, unterschiedliche Meinungen sachlich bewerten zu können. Ich bin auch immer die Projektionsfläche für alle und alles was im Projekt läuft und repräsentiere das gegen Innen und Aussen. Man darf sich nicht ins „Bockshorn“ jagen lassen und braucht ein gesundes Selbstbewusstsein.

      „Es gibt auch Projektleiter mit weniger technischem Background“

      Ich habe u.a. ein Informatikstudium absolviert und Programmieren wie auch das Projektmanagement-Handwerk gelernt: Planung, Qualitätsmanagement, Kostenkontrolle, rechtliche Aspekte. In einem Nachdiplomstudium habe ich mir den komplementären Teil wie Buchhaltung, Personalführung, General Management etc. angeeignet.

      In Kursen und Seminaren kann man sich zwar mit dem fachlichen Projekthandwerk vertraut machen, aber nicht schulisch lernbare Fähigkeiten und Aspekte sind fast noch wichtiger.

      Ich verstehe die Technologien in meinen Projekten, überlasse aber deren Auswahl und Anwendung den technischen Mitarbeitern. Viele IT-Projektleiter verfügen über deutlich weniger technischen Background, aber dafür viele andere Erfahrungen. Allerdings fällt es ihnen oft schwer, technische Aussagen zu beurteilen. Projektleiter mit Ingenieurausbildungen wie ich hingegen, müssen „Ablöseprozesse“ durchlaufen und lernen, technische Aspekte zu delegieren. Dies ist auch eine Möglichkeit sich beruflich weiter zu entwickeln.

      Ich habe das Informatikstudium bewusst gewählt, weil mich die Informatik faszinierte. Dies tut sie nach wie vor und das hilft mir. Ein Projektleiter muss die Kunden und die Software-Ingenieure verstehen und muss entsprechend auf dem neuesten technischen Stand bleiben. Schliesslich bringt ein IT-Projekt immer auch eine technische Lösung hervor, die für unseren Kunden weit mehr ist als die Lösung einer technischen Aufgabenstellung. Heutige Kunden nutzen Smartphones,  iPads usw.. Da ist es selbstverständlich, dass ein Projektleiter ebenfalls sehr gut über solche Dinge Bescheid wissen muss. Wir beschäftigen uns oft auch mit Lösungen für Unternehmen, die im Vergleich mit den Backends nur über kleine oder im Extremfall auch mal über gar keine Frontends (die für Benutzer sichtbare Ebene) verfügen.

      „Es ist ein ‚People Business‘“

      Aktuell gewinnt das Projektmanagement an Bedeutung, denn heute ist nicht mehr akzeptabel, dass Projekte mehr Kosten verursachen oder mehr Zeit benötigen als ursprünglich budgetiert. Die Kunden erwarten zudem, dass die für sie wichtigen Projektinformationen gut aufbereitet sind und als Projektleiter muss man ihnen Sachverhalte plausibel und verständlich erklären und erläutern können.

      Mir gefällt an meinem Beruf besonders, dass er viel Abwechslung bietet, ein breites Aufgabenspektrum umfasst und dass ich mich immer wieder in neuen Situationen wiederfinde und richtig reagieren muss. Und nicht zuletzt ist IT ein „People Business“, man muss persönlich interagieren können und sich nicht nur hinter E-Mails verstecken. Dies ist für mich eine starke Motivation.

      „Es braucht viel, um ein Stück Stoff zu kontrollieren“

      Bei meinem Hobby, dem Gleitschirmfliegen, setzt man sich intensiv mit Wind und Wetter auseinander. Es ist eine sehr ruhige Angelegenheit, man verbringt viel Zeit mit Warten und Beobachten. Der Mensch ist nicht zum Fliegen gemacht und um einen schönen Flug hinzulegen, braucht es Einiges an Erfahrung. Im Gegensatz zu einem Flugzeug ist ein Gleitschirm nicht viel mehr als ein Stück High-Tech-Gewebe, das es gezielt und mit viel Feingefühl zu kontrollieren gilt.

      Das lernt man nicht durch das Lesen eines Buches, sondern indem man fliegt und seine Sinne wach hält. Man braucht Vertrauen ins eigene Material. Während des Flugs ist man ganz auf sich allein gestellt. Man muss alle Entscheide selbst fällen und kann Freiheit und Unabhängigkeit geniessen.

      „Man kann an der Schnittstelle IT-Mensch arbeiten“

      Ich finde, man sollte in die Informatik gehen, weil sie sehr zukunftsträchtig ist. Sei es im Bereich von Soft- und Hardware, sei es bei Prozessen oder den Methodiken. Weil die Abhängigkeit von IT stetig zunimmt, bleiben die nächsten Jahrzehnte spannend und bieten immer neue Herausforderungen. Als Projektleiter arbeite ich an der Schnittstelle IT-Mensch und habe in diesem „People Business“ täglich mit Menschen zu tun.

      Netcetera

      Netcetera ist einer der führenden Schweizer IT-Dienstleister und unterstützt Kunden mit massgeschneiderter Software in ihrem Kerngeschäft. 1996 gegründet, beschäftigt Netcetera international über 300 Mitarbeitende in vier Ländern. Die Holdinggesellschaftmit Hauptsitz in Zürich umfasst neben den Netcetera-Geschäftsstellen die Firmen D1 Solutions und Braingroup.