Inhalt - Projektleiter

Matthias Sala, Projektleiter

Matthias Sala arbeitet beim Start-up Gbanga. Die Kleinfirma macht Smartphone-Games und war im Finale des Swiss ICT Awards 2012. Er findet, Informatik sei heute viel cooler als früher. Für ihn steht im Zentrum, dass er in allen Phasen eines neuen Projekts dabei ist und auch mal spontan auf sein Snowboard steigen kann.

    • Ich bin Matthias Sala

      Matthias Sala, Projektleiter und Informatiker

      Matthias Sala, Projektleiter (Foto: Markus Lamprecht)

    • Mein Job

      „Als Projektleiter bin ich vom Anfang bis zum Schluss dabei“

      In einer kleinen Firma wie Gbanga macht der Projektleiter vieles, was er nicht überall machen kann: ich suche Kunden und entwickle Ideen für Games und Apps. Ich definiere, was ein Game genau kann, mache Powerpoint-Präsentationen und verhandle über Geld. Ich plane das Projekt, ich priorisiere die Tätigkeiten und zeichne Papierprototypen (einzelne Spielszenen auf Blättern) oder zeige einem Kunden „Monopoly“,  um eine Spiellogik zu erklären. Dann rede ich mit Designern und Programmierern und manchmal muss ich zwischen ihnen „übersetzen“, weil sie aneinander vorbeireden. Und ich überwache den Fortschritt im Projekt. In unseren Projekten muss der Projektleiter etwas von Design verstehen, von Systemlehre und vom Programmieren. Und als Projektleiter bin ich dabei vom Anfang bis zum fertigen Game.

      „An der ETH habe ich nur das technische Knowhow gelernt, den Rest nachher“

      Ich habe an der ETH Informatik studiert, aber Projektleitung habe ausserhalb gelernt. An der ETH habe ich diverse Technologien kennengelernt und die Grundsätze, wie Programmiersprachen funktionieren. Auf diesen Grundsätzen basieren ja alle Sprachen. Ich habe an an der Schule an Programmier-Wettbewerben mitgemacht und Erstsemester-Informatik-Studenten an der ETH programmieren gelehrt.
      Menschen führen und rechnen habe ich mir nach dem Studium angeeignet, in Kursen bei „Business Tools“ und ich musste vieles selber lernen, ich habe im Ausland geforscht und gearbeitet, in München, in Brasilien und im Silicon Valley.

      „Ich wollte immer wissen: kann ich das auch machen?“

      Ich fand schon in der Schule Informatik toll, ich habe Games gespielt und wollte wissen: kann ich das selbst machen? Ich wusste eigentlich mit 14, dass ich Informatik studieren will, ich wollte nie etwas anderes.
      Ich war in der Schule gut in Mathematik und im Zeichnen. Aber ich finde nicht, dass man gut sein muss im Rechnen, um Informatiker zu werden. Vor allem muss man etwas von Konzepten verstehen, von Systemlogik, man muss neugierig sein, wie etwas funktioniert. Gut Auswendiglernen hilft hier nichts. Wenn man in Vektorgeometrie gut ist, dann ist Informatik nachher easy, denn man versteht etwas von Kugeln, Schnitten und 3D.

      „Bei einem Startup gibt’s keinen Gratis-Lunch, dafür ist die Freude am Resultat grösser“

      Nach den Auslandjobs wollte ich mich mit einer eigenen Firma selbständig machen. Ich wollte nicht nur ein Zahnrad sein, und in grossen Firmen sind die Projekte grösser und schwerfälliger. Hier sehe ich alles und bin für mehr verantwortlich. Ich verdiene zwar weniger, aber vielleicht ist die Freude am Resultat grösser als bei einem Grossunternehmen.

      In einem Startup ist auch nicht alles in Stein gemeisselt und man kann nicht einfach künden, Fringe Benefits und Gratis-Lunchs gibt es keine. Dafür erlebe ich hautnah, wenn ein Game „explodiert“ und habe am Erfolg oder am Misserfolg teil. Bei einem Startup ist vieles offen, es ist unklar, wohin geht’s? Wo arbeite ich und für wen und mit wem? Das finde ich spannend.

      „Ich kann spontan aufs Snowboard steigen“

      Ich bin nicht permanent im Stress, es gibt kein permanentes „crunching“, wie dies Gamer nennen. Ich war diesen Winter auf dem Snowboard, spontan, denn ich kann auch spontan frei nehmen. Und kürzlich war ich zwei Wochen in Südamerika.

      „Heute ist Informatik viel cooler als früher!“

      Als Informatiker kann man Dinge verstehen und man kann etwas selbst machen. Man ist nicht nur Konsument eines magischen Geräts, sondern geht tiefer. Man probiert etwas aus und sieht: es funktioniert oder es funktioniert nicht.
      Heute ist Informatik viel cooler als früher. Man kann Mash-Ups machen, das heisst, man kann alles umprogrammieren und miteinander verbinden. Man könnte zum Beispiel einen Staubsauger mit Outlook verbinden oder ein eigenes iPhone herausbringen. Alles ist heute modular aufgebaut und im Internet dokumentiert. Es ist heute viel mehr möglich, als ich als Schüler gedacht hatte. Dafür kannte ich die ökonomischen Realitäten damals nicht; sie verhindern manchmal, dass man etwas absolut perfekt machen kann..

      „Ohne Grundkenntnisse ist man der Informatik hilflos ausgeliefert“

      Jeder Schüler sollte ein Grundverständnis für den Aufbau von Software haben. Aber viel wichtiger ist die „Digital Literacy“. Heute kommunizieren alle Systeme miteinander und man muss verstehen, wie Facebook grosso modo funktioniert, damit man versteht, welche Folgen ein „like“ haben kann. Beim Auto ist es egal, wenn man nicht weiss, wie es funktioniert. Aber ohne Informatik-Verständnis ist man den Geräten und der Software immer hilflos ausgeliefert.

      Über Gbanga

      Gbanga ist ein innovatives, junges Schweizer Start-Up und macht aus herkömmlichen Mobiltelefonen interaktive Unterhaltungsgeräte. International ausgezeichnet und Finalist des Swiss ICT Award 2012 leistet Gbanga Pionierarbeit bei ortsbezogenen Spielen und im Unterhaltungsmarketing.