Inhalt - Datenbank-Spezialist

Simon Krenger, Datenbank-Spezialist

Simon Krenger kümmert sich um die Qualität von speziellem Programmiercode und schult Software-Entwickler darin. Seine Freizeit verbringt er in der Luft - mit Papier und alter Technologie.

    • Ich bin Simon Krenger

      Simon Krenger, Datenbankspezialist (Foto: Markus Lamprecht)

    • Mein Job

      Der Tag beginnt – und das ist eine der schönen Seiten der Informatik – nicht allzu früh, denn Arbeitszeit und –ort sind bei mir recht flexibel. Ich kann manches auch zuhause erledigen.

      Das Tagesgeschäft als Datenbank-Spezialist der SBB besteht vormittags meist aus dem Einspielen und Überprüfen von Skripts (Computerprogramm) oder der Überwachung von Jobs (automatisch auszuführende Aufgaben), die nicht erledigt wurden und Meetings.

      Am Nachmittag arbeite ich oft an Projekten, grundsätzlich kann ich mir meine Zeit und meine Arbeit frei einteilen. In unserem Team betreuen wir über 100 Projekte aus verschiedenen Abteilungen der SBB.

      „Ich berate Software-Entwickler“

      Ich berate Software-Entwickler beim Schreiben von Skripts, überprüfe, ob dieses den Konventionen entspricht und wie es aufgebaut ist. Ich kontrolliere, ob Kommentare zum Skript vorhanden sind und ob es funktioniert. Anschliessend gebe ich, wenn sinnvoll, dem Software-Entwickler Feedback und allenfalls Empfehlungen wie man etwas optimieren könnte. Der Provider wird es dann nochmals testen, bevor es zum Einsatz kommt.

      Die Funktionalität selbst, z.B. die Gebrauchstauglichkeit für SBB-Kunden, überprüft der Software-Entwickler meist selbst. Dieser Ablauf und diese Arbeitsteilung sind bei grösseren Systemen üblich.

      Im Bereich „Datenbank“ mache ich weiter interne Schulungen für Informatiker aller Kompetenzstufen. So teilt sich meine Arbeit auf in etwa 2/3 Auseinandersetzung mit Programmcode und Konzepten und 1/3 Meetings und Schulungen.

      „25 Jahre auf diesem Gebiet arbeiten und trotzdem immer Neues lernen“

      Ich bin Spezialist für Datenbanken und das möchte ich bleiben, ich will mich weiter in „Oracle“ (Datenbank-Managementsystem) vertiefen. Datenbanken sind sehr anspruchsvoll, gerade bei komplexen Informatiksystemen. Man kann 25 Jahre auf diesem Gebiet arbeiten und trotzdem immer wieder Neues lernen.

      Bei Datenbanken geht es konkret um das Ablegen, Speichern und schnelles „Auffinden“ von Daten. Darunter sind viele wichtige Daten, denn schliesslich sind bei der SBB, wie bei andern Firmen, die meisten Informationen in Datenbanken.

      Ein Beispiel wäre sbb.ch – hier sind viele Datenbanken involviert: der Fahrplan, die Zug-Nummern, die Preisberechnung oder der Umweltrechner. Auch für den Bahnbetrieb sind Datenbanken zentral, z.B. für Messdaten oder Verspätungsmeldungen. Bei uns ist die Informatik überall tief verankert, das fasziniert mich und darum habe mit vielen unterschiedlichen Menschen in der ganzen Schweiz zu tun.

      Ich bin ein „Junior“ und gehöre zum 4-köpfigen Team „Basis Plattformen“, das sich unter anderem um sbb.ch, das Mainframe (Grossrechner) und eben Datenbanken kümmert. Wir unterstützen die Datenbank-Administratoren beim Betrieb der Systeme, übernehmen aber keine Aufgaben beim Betrieb selbst. Wenn die Softwareentwickler nicht mehr weiter wissen, kommen sie zu uns, wir kriegen also die interessantesten Probleme.

      „Man muss Freude am Analysieren und Nachdenken haben“

      Wichtig ist, dass man Freude am Analysieren und Nachdenken hat und abstrakt Denken kann. Man muss Freude am Lösen von Problemen haben und Empathie für andere Menschen aufbringen können. Teamfähigkeit ist heute selbstverständlich, aber man muss auch alleine arbeiten können.

      Ich arbeite 70% und mache begleitend ein Informatikstudium an der Berner Fachhochschule, dies 2 Mal abends und einen ganzen Tag jede Woche.

      Gelernt habe ich nicht Informatiker, sondern Elektroniker bei der Telekommunikationsfirma Ascom. Während der Lehre habe ich dann gemerkt, dass ich nicht nur ein Computerfreak bin, sondern auch mehr Freude am Programmieren habe. Mit Programmieren konnte ich dann in die Informatik einsteigen und habe mich später als System Engineer mit verschiedenen Computerprogrammen und Betriebssystemen auseinander gesetzt.

      Heute hilft mir meine Programmiererfahrung beim Austausch mit Entwicklern. Dass ich wichtige Programmiersprachen wie „Java“ kenne hilft sicher auch, aber zwingend ist dieses Wissen nicht. Die Datenbanksprache SQL hingegen muss man als Datenbankspezialist natürlich gut können.

      „Fliegen ist das Gegenteil von Informatik“

      Viele Kinder wollen Polizist oder Pilot werden. Ich habe mir diesen Bubentraum nach der Lehre erfüllt und die Ausbildung zum Privatpiloten gemacht. Heute kann ich mit kleinen, 4-plätzigen Maschinen, z.B. einer Cessna, fliegen. So gehe ich mit Kollegen auch mal für ein verlängertes Wochenende nach Biarritz oder Cannes.

      Fliegen ist das Gegenteil von Informatik: Die Karten sind auf Papier, die Technologie stammt aus den 1960er Jahren, ebenso die Mechanik und man orientiert sich meist, indem man zum Fenster hinausschaut.

      Das ist gut so, fliegen kann man damit auch mit leerer Smartphone-Batterie, ausserdem hat es auf 3000 Meter sowieso keinen Handyempfang. So denkt man beim Fliegen nur ans Fliegen und das ist definitiv Entspannung.

      „Informatik ist nützlich“

      Mich fasziniert Informatik, weil sie überall drin ist. Bei der SBB kann man damit bspw. den Kundenservice verbessern und mehr Leute für den Zug begeistern. Informatik ist nützlich.

      Datenbanken sind speziell spannend, weil schliesslich fast alles in Datenbanken landet, sie ist das Rückgrat aller modernen Applikationen, eigentlich aller Informatiksysteme. Weil dies so ist, kann man in unterschiedlichen Projekten mitarbeiten und unterschiedliche Menschen im In- und Ausland treffen.

      SBB Informatik

      In fast allen Stufen der Wertschöpfungskette der SBB spielt die Informatik heute eine zentrale Rolle. Das Versprechen der SBB Informatik ist es, mit einem laufend optimierten IT-Einsatz die Produktivität der SBB Businessprozesse konstant zu verbessern und für die Kunden innovative Lösungen bereitzustellen. 860 interne Mitarbeitende setzen sich täglich dafür ein.